Tourenbericht:
Kinderbergsteiger-Lager Turtmannhütte

Dies ist der Lagerbericht von Gaëlle über das KiBe-Lager 2015 auf der Turtmannhütte in 2519 Metern über Meer:

Wie fast jedes Jahr seit 1982 trafen sich die KiBe-ler für’ s Sommerlager am Bahnhof. Diesmal musste ich niemanden neu kennenlernen (nur die Eltern waren mir noch nicht alle so bekannt…). Im Zug packte ich wie in den letzten drei Jahren mein düsteres „Werwölfle‘‘ aus und machte mich dran möglichst viele Mitspieler zu finden. So fing auch dieses Lager mit einem amüsanten Einstieg an. Es folgte nach Zug- und Busfahrt der Aufstieg, der für manche wie Shawna etwas anstrengend war. Shawna hatte sich jedoch, wie im letzten Jahr, Träger organisiert (Tobi, Paula), die ihr halfen den schweren, schweren Rucksack hoch zu schleppen… Oben versuchte ich Paparazzi zu spielen und machte von jedem ein Foto! Ein erfrischender Begrüssungstee hiess uns willkommen. Später musste auch ich die Theorie hinter mich bringen… ganz nützlich und in spielerischem Mischmasch verpackt… Es gab dann irgendwann Abendessen. Die Erlösung für unsere knurrenden Mägen! Die Nächte verbrachte ich bei den deutlich ruhigeren Leitern im Zimmer. Vor dem Einschlafen horchten wir Käpt‘n Blaubärs Geschichte.

Es kam der Montag. Wir vergnügten uns mit einem Steinmannlirennen und kletterten im Klettergarten, in welchem die „Schoggiroute‘‘ für zusätzliche Ernährung sorgte. Am Nachmittag verzogen Lukas,Tobi und ich uns in etwas höher gelegene Wände (in Metern und Schwierigkeit), während der Rest mit Rollen auf dem Drahtseil über den Bach sauste (das Ding namens Tyrolienne). Bei der Gutenachtgeschichte waren Remo (Papa KiBe und Ex Leiter) und Pascal (Ex Leiter) auch dabei.

Wir hatten nur Postkartenwetter! …Das stimmt nicht! …Doch, aber nur wenn das Jahr 2015 den 4. August verschluckt hätte… Die eine Hälfte war zuerst im versteckten Klettergarten, da wo wir ein Skelett sichteten, die anderen waren derweil auf dem Gletscher. Nach dem Mittagessen wechselten die Gruppen die Plätze. Nun war meine Gruppe auf dem Gletscher: Kein einziges Fleckchen blau da oben… Aus den anfänglichen Tropfen wurden mehr… Erst kleine Gletscherbächlein mit dem Pickel umleiten, dann einen Stein in ein Loch plumpsen lassen……………………………………………………..plumps…. wow! …Oh!..... Tropf, tropf……… Gletscherspalten überqueren, Pickel und Frontzacken der Steigeisen ausprobieren und zum Schluss noch triefnass eine Gletscherhöhle (ca. 10 m hoch) besichtigen. Danach liefen wir mit Stalldrang zur Hütte zurück. Das Abendessen wartet! Vor dem ins Bett gehen machten wir ein Pferderennen und klopften noch ein paar mal Remos Fünfliber auf den Tisch.

Am nächsten Morgen schlüpfte ich in meine Jacke: Iiiiiiiiiiii; sie war noch nass vom Vortag. Catiana erzählte mir, dass es ihr genauso ging wie mir. Wir hatten ein Seil zu wenig und Thommy opferte sich, einer fremden Gruppe nachzurennen um ihr unser Seil wieder abzujagen. Die holländische Gruppe kürte ihren Schlingel auch sogleich zur Pfeife des Tages. Der Weg führte uns zuerst zur Tyrolienne. Und so kamen Lukas und ich dazu, sie auszuprobieren… Wir zwei waren dann gleich eine Seilschaft (die einzige ohne Leiter) für die anstehenden Mehrseillängentour durch vier Gesteinsarten: Sepentine, Voralpenkalk, Marmor, und Brauner Quarzit. Da waren zwei Routen: Eine schwere und eine sehr schwere. Die Seilschaften Tobi, Ciril, Paula sowie Lukas und ich machten die sehr schwere, während die anderen in der „Leichteren‘‘ schwitzten. Unsere letzte(n) Seillänge(n) hiess(en) nicht umsonst Abschlussprüfung… (sogar Tobi musste kämpfen!). Der Rückweg ging über den italienischen Sonnenpfad, hinunter zur nepalesischen Seilbrücke, über die chinesische Seilrutsche und zu letzt über den walliser Bergwanderweg hinauf zur Hütte. Am Abend wurden uns die zwei Optionen für den Donnerstag vorgetragen: Entweder nochmals das Skelett im versteckten Klettergarten besuchen, oder über den Gletscher zur Adlerfluh und über ihn wieder zurück zu den Knochen… Nur grade Zwei (abgesehen vom Bergführer) meldeten sich für die Gletschertour: Ich und Luca!

Für mich und Luca galt es Steigeisen und Pickel einzupacken, sowie Handschuhe und Mütze. Den Helm sollten wir zurücklassen. Jetzt kann ich halt „nur‘‘ was zu unserer Tour schreiben, aber normalerweise kann man ja sowieso nicht viel über Klettergartentage berichten. Ausser bei Unfällen (gab es zum Glück nicht!), Rekorden (Einige kletterten ihre erste 6a!) ,Schoggirouten und Ähnlichem…! Also, wir kamen an die Stelle bei der wir schon mal waren als Thommy und Mänel versuchten den Klettergarten ausfindig zu machen. Ab da trennten sich die Wege. Wir (jetzt Mänel, ich und Luca) kamen zum Gletscher und zogen in Gesellschaft von einer Gruppe Erwachsenen zunächst die Steigeisen an. Wir besuchten nochmals kurz die grosse Eishöhle und machten uns danach auf den Weg über den Gletscher. Wir stiessen auf das Riesenloch, das wir noch vom letzten Mal her kannten. Diesmal stiegen wir ein kleines Stück hinein, dort hatten wir etwas Einblick in den Gletscher (leider hab ich kein Foto gemacht, denn der Einblick war mit diesem Blau so schön…) und waren gleich wieder draussen. Wir kamen zum Gletschersee und blickten aus etwa 10 Metern Höhe vom Eis auf den See hinab. Um zum Klettersteig zu gelangen, mussten wir durch ein paar Tropfen, an einem tosenden Wasserfall vorbei gehen (zum Glück war seit gestern wieder Postkartenwetter!). Anfangs hielten wir die Vorrichtungen ein, später gurkte uns das an und wir kraxelten geradewegs hinauf. Wir machten nur bei bestimmten Stellen das, was der Kletterteig eigentlich wollte… Bei einem kleineren Schneefeld legten wir mit Steinen „KiBe 2015“ aus. Natürlich von der Hütte aus sichtbar, damit wir es später von dort her auch sehen konnten. Auf dem Gipfel der Adlerfluh gab’s das Mittagessen und Schoggi. Wieder beim Gletscher erkundeten wir eine weniger hohe, dafür lange Höhle mit einem See. Zum Glück merkte Mänel gleich am Anfang, dass der Boden teilweise sehr dünn war. Den ersten Teil des Gletschers begingen wir noch ohne Steigeisen, bis uns die Spalten zu gross wurden und der Hang zu steil. Und er wurde wirklich steil, meine Knie liessen mich das auch wissen! Später ging der kurze Weg zur Abseilstelle nur bergauf, das war fast schon himmlisch! Im Klettergarten verkündete ich, dass Yeti, Gletscherwiibli und Gletscherfloh wieder zurück seien. Ich sicherte noch Shawna und kletterte selbst noch zwei Routen, wohlgemerkt ohne Helm und ohne Kletterfinken (wobei ich mir das Klettern mit den Bergschuhen selbst eingebrockt hatte, da mir Paula ihre Kletterfinken anbot). Nun, das war der letzte Tag vor dem Abstieg, dafür aber ein grossartiger Abschluss! Mänel verabschiedete sich noch vor dem Abendessen, da schon neue Gäste auf ihn warteten. Diese eine letzte Nacht verbrachte ich bei den KiBe-lern im Zimmer, weil ein neuer Gast mein Bett beanspruchte.

Irgendwann nach dem z’Morge war alles geputzt und gepackt und der Weg nach unten konnte wieder unsicher gemacht werden. Aber davor hatte ich noch in das Hüttengästebuch gedichtet, und mit Hilfe der Unterschriften der anderen, das Ganze bunt gemacht. Beim Stausee hatte niemand mehr Lust zum Klettern. Dafür verbrachten wir ein paar gemütliche Stunden am „Strand“. Sehr beliebt war die Zone mit dem Todesschlamm. Am See schrieb ich (als „Sekretärin‘‘ von Thommy) drei Postkarten: Für Pascal, Remo und Giorgio und sammelte am Matschstrand die Unterschriften für den „guten Zweck‘‘. Der restliche Weg nach unten verlief normal. In Sänntum kühlte sich Familie KiBe mit dem kalten Wasser vom Bach, bevor wir vom Büssli abgeholt wurden. In Visp schockte uns die Hitze die dort herrschte. Aber die Glacé half uns sie zu überstehen (meine im Geschmack: Edelweiss-Kirsche, passend zum Lager, sehr speziell…). Das Zugabteil teilten wir uns mit den Oltener KiBe-lern, die von ihrem Lager in der Weissmieshütte nach Hause fuhren. Tobi und ich lachten uns während dem Werwölfeln halb schlapp! Das hatte verschiedene Gründe… Einer davon war das Erraten der Spielkarten von Pius, die wohl schon oft gebraucht worden waren... „Kha das sii das d’Shawna Armor isch? Ich glaub de Ciril isch Werwolf…!“

Dabei waren… … die 9 KiBe-ler:

-Shawna, unser kleines Energiebündel mit Beziehungserfahrung
-Catiana, immer fröhlich
-Gaëlle, die JO-lerin und Älteste im Bunde (Autorin)
-Cédric, ein treuer Tratschpartner
-Luca, kaum anzutreffen ohne leeren Magen
-Ciril, immer voll dabei und mittendrin
-Julian, ein Multisportler, der „halt nur‘‘ in die Lager mitkommt
-Lukas, der zweite JO-ler und unermüdlicher Kletterer
-Pius, noch nie nicht in einem Sommerlager dabei gewesen

… die 5 Leiter:

-Manuel (Mänel), unser werter Bergführer, dieses Jahr ohne Helm
-Thomas (Thommy) einer der besten Leiter (auch KiBe-Chef)
-Dinesh (Dino), Käpt’n Blaubär
-Tobias (Tobi) , Gebirgs- und Spielkartenerkennungsspezialist…
-Paula, frisch gebackene KiBe-Leiterin und einzige Frau im Bunde

… die zwei Besucher:

-Pascal, ehemaliger KiBe-Leiter geplagt von Knieschmerzen
-Remo, Papa KiBe und Ex-Leiter, sowie Profi im Fünfliberklopfen

Viele liebe Grüsse
Gaëlle

 

 

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